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09.04.2014 | Thomas Kutz
Sicherheit im Kiez
Diskussion mit Experten der Berliner Polizei
Steigende Einbruchsraten, zunehmende Straßengewalt, betrügerische Haustürgeschäfte – was es damit bei uns im Bezirk auf sich hat, wollten wir beim Tempelhofer Dienstag am 08. April 2014 von Fachleuten wissen: Eingeladen waren Christian Gottfried, Leiter des Polizeiabschnitts 44, Robin Juhnke, MdA und Innenexperte der Berliner CDU im Abgeordnetenhaus, Kriminalhauptkommissar und Einbruchschutz-Experte Georg von Strünck sowie Polizeikommissar Martin Maslowski.
Mehr als 30 Mitglieder der Ortsverbände Alt-Tempelhof und Neu-Tempelhof sowie mehrere interessierte Bürger wollten sich im Café Klatsch über den Sachstand informieren und erhofften sich Tipps zum sicheren Wohnen und Leben in ihrem Kiez. Allerdings stellte sich schnell heraus, dass die Kriminalitätsexperten niemanden verunsichern wollten und sich mit Details zu Tempelhof zurückhielten.

Sicherheit ist relativ

In Sachen „sichere oder unsichere Gegenden“ warnte Christian Gottfried vor Verallgemeinerungen und sagte, dass sich Kriminalitätsschwerpunkte immer wieder verschieben. Außerdem sei die Gefahr durch Kriminalität meist nicht sichtbar und werde subjektiv von jedem anders wahrgenommen.

Als ein positives Beispiel nannte Gottfried die Siedlung Lindenhof in Schöneberg. Dort gebe es eine vergleichsweise hohe Kiez-Sicherheit. Das liege auch am genossenschaftlichen Wohnen, viele Bewohner würden einander kennen und dadurch auch mehr aufeinander achten. Gleichzeitig sind sie laut Gottfried gut mit Schulen, Jugendämtern und Polizei vernetzt. Der Kontaktbereichsbeamte im Lindenhof sei ein bekanntes Gesicht. So ein Netzwerk für mehr Sicherheit werde gerade auch in der Tempelhofer Bärensiedlung aufgebaut.

Tipps zum Schutz vor Einbrüchen

Gottfried ermunterte die Anwesenden, bei Verdacht auf Einbruch immer die Polizei anzurufen – 70% der aufgeklärten Fälle würden durch Hinweise von Nachbarn gelöst. Allerdings liegt die Aufklärungsquote bei Einbrüchen in Berlin nur bei 7%.

Typische Einbruchszeiten seien bei Wohnungen etwa 10 bis 14 Uhr, bei Einfamilienhäusern und Villen der frühe Abend – wenn es dunkel wird und man von außen sehen kann, ob im Haus Licht leuchtet oder niemand zu Hause ist.

Einbrüchen vorbeugen kann man schon durch Kleinigkeiten:

  • auch bei kurzen Erledigungen immer die Wohnungstür abschließen (jeder vierte Einbruch gelingt durch eine unverschlossene Tür)

  • vor allem im Erdgeschoss keine Fenster gekippt lassen

  • keine Fremden in die Wohnung lassen

  • die Beratungsstelle der Berliner Polizei nutzen

  • Warnaufkleber der Polizei an der Wohnungstür anbringen
     

Berliner CDU will Polizei wieder stärken

Robin Juhnke beklagte die Nachwuchssorgen der Berliner Polizei und kritisierte gleichzeitig den massiven Stellenabbau vergangener Jahre. Um den Beruf des Polizisten wieder attraktiver zu machen, setze sich die CDU in Berlin für steigende Gehälter ein – bei der Beamtenbesoldung ist Berlin laut Juhnke Schlusslicht.

Aus Zeitmangel konnte Georg von Strünck seinen geplanten Vortrag über Einbruch-­Prävention am Ende nicht mehr halten. Das soll aber in einem halben Jahr nachgeholt werden – wenn mit der dunklen Jahreszeit auch wieder die Einbruchszahlen steigen.



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